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"Das war ein Angriff auf die Zukunft Afghanistans"

Große Trauer und Entsetzen in Afghanistan: Bei einem Bombenanschlag vor einer Mädchenschule im Westen der Hauptstadt Kabul starben am Samstag 58 Menschen, mehr als 150 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Mehrheit der Opfer sind junge Schülerinnen. Die Opfer wurden gestern auf dem schiitischen "Friedhof der Märtyrer" in Kabul beigesetzt.

Das Attentat wurde in einem mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil verübt, während die Bewohner ihre Einkäufe für das Eid-al-Fitr-Fest zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan erledigten. Nach Angaben des Innenministeriums detonierte eine Autobombe vor der Schule. Als die Schülerinnen in Panik aus dem Gebäude liefen, seien zwei weitere Sprengsätze explodiert.

Es war der schwerste Anschlag seit über einem Jahr. Der Stadtteil Dasht-e-Bartshi war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen sunnitischer Extremisten. Vor einem Jahr hatten bewaffnete Angreifer dort ein Krankenhaus gestürmt und 25 Menschen getötet, darunter 16 Frauen auf einer Geburtsstation.

Regierung beschuldigt Taliban

Staatspräsident Ashraf Ghani machte die radikal-islamische Taliban-Terrormiliz für den "brutalen und barbarischen Anschlag" verantwortlich. Die Islamisten bestritten allerdings eine Beteiligung an der Tat, zu der sich zunächst auch keine andere Gruppierung bekannte. In der Vergangenheit hatte allerdings die radikal-islamische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) Anschläge auf die Minderheit der Schiiten im selben Gebiet im Westen Kabuls für sich reklamiert.

Papst Franziskus sagte beim Sonntagsgebet gestern auf dem Petersplatz, er bete auch für die Opfer des "unmenschlichen Terroranschlags" von Kabul. Die EU-Delegation in Afghanistan bezeichnete den Anschlag als "verachtenswerten Terrorakt". Ein Angriff auf junge Schülerinnen, die zur Entwicklung ihres Landes beitragen wollten, sei zugleich "ein Angriff auf die Zukunft Afghanistans". Die UNO-Mission für Afghanistan (UNAMA) bekundete ihre "tiefe Abscheu" über den Anschlag.

US-Abzug bis 11. September

US-Präsident Joe Biden hat einen vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan bis zum 11. September 2021 angekündigt – dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten, die den Einmarsch der US-Armee in Afghanistan zur Folge hatten. Im Anschluss beschloss dann die gesamte NATO das Ende ihrer Afghanistan-Mission bis spätestens zu diesem Zeitpunkt.

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