Austria

Das Bangen um den Sommer: Was uns heuer erwartet

Schaffen wir das? Überleben wir das? Überlebt das unsere Wirtschaft? Überleben das unsere Jobs?

Das sind die Fragen, die sich die Österreicher dieser Tage stellen. Aber eine scheinbar banale Frage stellen sich auch fast alle: Was wird das für ein Sommer? Was steht uns da bevor?

Um das beantworten zu können, kann man in die Kristallkugel blicken oder im Kaffeesud lesen. Aber man kann auch Experten, Politiker und andere Insider befragen und so ein wenigstens schemenhaftes Bild zeichnen, was uns in den kommenden Monaten erwartet - immer vorausgesetzt, dass wir bis dahin die ganz große Corona-Welle mit hohen Infektionszahlen und vielen Toten - einigermaßen - überstanden haben.

Wird das ein normaler Sommer?
Auf die wichtigste Frage setzt es die klarste Antwort: NEIN. Der Sommer 2020 wird sich von dem, wie wir es gewohnt sind, deutlich unterscheiden. Deutlich unterscheiden müssen. Weil das Risiko eines Wiederaufflammens der Corona-Welle riesig bleibt.

Strandurlaub?
Der liebgewonnene traditionelle Badeurlaub in Lignano. Der Flug nach Mallorca: Fehlanzeige. Das wird heuer nicht möglich sein.

Fernreisen
Werden wir in diesem Sommer, wenn schon nicht ans Mittelmeer, dann nach Thailand oder Florida fliegen? Nein. Keiner kann heute sagen, ob wir überhaupt fliegen dürfen/können. Schon gar nicht in die USA. Kein New York, kein Los Angeles, kein Disney World. Aber auch kein London, Barcelona, Paris. So gut wie auszuschließen.

Wo dürfen wir hin?
Was uns dann überhaupt noch bleibt? Urlaub auf Balkonien. Vielleicht in manchen skandinavischen Ländern, die vom Virus einigermaßen verschont geblieben sind. Und hoffentlich: Ferien wie früher! Sommerfrische im Salzkammergut, „Urlaub bei Freunden“ in Kärnten (siehe dazu auch unser Interview unten). Und hoffentlich ein wenig mehr.

Kommen Touristen?
Der österreichische Tourismus, schon schwerst von der Krise getroffen, wird Gäste aus dem Inland dringendst benötigen. Denn Gäste aus dem Ausland, so wird befürchtet, werden heuer kaum kommen können, kaum kommen dürfen.

Corona-Visum
Insider können sich gut vorstellen, dass durch die Corona-Krise ein zweigeteiltes Europa entsteht - zumindest einmal vorübergehend. Ein Europa jener Länder, die Corona leidlich bewältigt haben, und jener, die es bis zum Sommer noch nicht geschafft haben. Zu erwarten wäre auch, dass die Grenzen geschlossen bleiben und man nur mit einer Art „Corona-Visum“, also einer Unbedenklichkeitsbescheinigung, die Grenzen überschreiten darf.

Masken-Sommer?
Wäre es möglich, dass wir im Sommer noch immer mit Masken herumlaufen? Nein, das hoffentlich eher nicht!

Bäder
Wenn wir schon keine Masken mehr tragen werden müssen, dürfen wir dann auch in die Bäder und an die Seen? Vermutlich ja! Aber voraussichtlich werden wir nicht wie die Sardinen dicht an dicht am Steg bräunen dürfen. Abstandsvorschriften werden noch gelten.

Können wir uns Urlaub leisten?
Eine berechtigte Frage: Viele Österreicher, die gerade ihren Job verlieren, werden auf jeden Cent schauen müssen!

Sportveranstaltungen
Werden wir endlich wieder Fußball im Stadion erleben dürfen? Bei anderen Sport-Events mitfiebern? Nein! Manche wie das Beachvolleyballturnier in Wien sind schon abgesagt. Das höchste der Gefühle: publikumslose Geisterspiele im TV.

Festspiele
Aber wenigstens „Jedermann“ bei den Jubiläums-Festspielen in Salzburg? Kaum vorstellbar. Die Mörbischer Festpiele, jene im Tiroler Erl oder auch die großen Wagner-Festspiele im deutschen Bayreuth sind für diesen Sommer bereits storniert. Salzburg noch nicht. Man hofft ...

Hoffnung
Und die Hoffnung auf einen Impfstoff, der die Maßnahmen hinfällig macht? Da heißt es: bestenfalls zum Jahreswechsel. Dann müssten wir wenigstens nicht auch noch um den Sommer 2021 bangen ...

Sehnsucht nach Natur und Wandern
Christian Kresse, Chef der „Kärnten-Werbung“, glaubt an einen Sommerurlaub. Die Natur wird locken, sagt er. Und man wird im Inland bleiben.

„Krone“:Herr Kresse, werden wir heuer Urlaube genießen?
Christian Kresse: Sicher. Ich rechne mit einer schrittweisen Öffnung des Tourismus im Frühsommer. Einen Totalausfall würde die Branche nicht aushalten.

Von welchem Szenario gehen Sie aus?
Die Reise-Sehnsucht wird uns bleiben. Aber zunächst einmal im Inland.

Die Österreicher werden also im Land urlauben?
Nicht nur die Österreicher. Ganz Europa wird sich heuer auf Nahmärkte konzentrieren: Italiener auf Italien, Deutsche auf Deutschland, Holländer auf Holland ...

Also kommt die gute, alte Sommerfrische wieder?
Es wird Änderungen im Gästeverhalten geben in Richtung Kurzurlaube. Damit den Menschen nicht die Decke auf den Kopf fällt. Da wird die Natur punkten, die Sicherheit und die Sehnsucht nach regionalen Produkten.

Gibt es dafür Anzeichen?
Ja, die Nachfrage nach Prospekten und auf unserer Internetseite der Kärnten-Werbung ist so stark wie im Vorjahr. Gefragt sind vor allem Wandern, Radfahren und die Seen.

Betrifft das nur Kärnten?
Wir arbeiten mit allen Bundesländern und der Österreich Werbung zusammen; übrigens so einig wie noch nie zuvor. Wir wollen uns ja nicht gegenseitig kannibalisieren.

Was raten Sie den Tourismusbetrieben derzeit?
Aktiv bleiben, sich um Stammgäste kümmern, sie ansprechen und einladen.

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