Austria

Dachstein-Rush ganz oben ist es am schönsten

"Ich bin erst einmal auf dem Dachstein gewesen, aber noch nie mit Ski", sagt Andreas Goldberger voller Vorfreude bei der Talstation der Krippenstein-Bahn in Obertraun. Es ist noch früh am Morgen, eigentlich hätte heute der Dachstein-Rush stattfinden sollen, bei dem die Oberösterreichischen Nachrichten Medienpartner sind. Doch corona-bedingt macht sich dieses Mal nur eine ganz kleine Abordnung auf den Weg: getestet, mit Masken in der Gondel und mit viel Sicherheitsabstand. Was am riesigen, und an diesem Tag wunderschönen Dachstein-Plateau bei strahlendem Sonnenschein und viel Neuschnee überhaupt kein Problem ist.

Mit dabei sind neben Goldberger auch Ex-Biathlet Christoph Suman und Mountainbiker Lukas Kaufmann. „Wir wollen ein kleines, positives Zeichen setzen“, sagt Dachstein-Rush-Veranstalter Hans-Peter Kreidl, der hofft, dass sich vielleicht sogar noch in diesem Jahr ein echter Rush mit mehr Teilnehmern ausgeht, spätestens im nächsten. Der Weg von der Bergstation bis zum Gipfel des Dachsteins – mit 2995 Meter der höchste Berg Oberösterreichs – ist weit, das spürt am Ende sogar Ex-Biathlet Christoph Sumann in den Oberschenkeln. „Ein super Erlebnis, aber jetzt brennen meine Oberschenkel.“ Im Unterschied zu anderen kann er aber von seiner Sportler-Vergangenheit zehren und steckt das locker weg. Über die Gjaidalm geht es bei malerischem Tiefschnee in Richtung des ersten Etappenziels: der Simonyhütte. Nachdem sonst niemand weit und breit unterwegs ist, bedeutet das viel Spurarbeit. Ein Glück, dass auch Mountainbike-Profi Lukas Kaufmann mit dabei ist, er leistet die meiste Spurarbeit – unterstützt von Goldberger und Sumann. 

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Kaufmann und 120.000 Höhenmeter

Mit 120.000 Höhenmeter, die er heuer in nur vier Monaten als Grundlagenausdauer-Training  auf Ski schon absolviert hat, ist er der ideale Kandidat für diesen Job. „Ich glaube, ich bin ganz gut im Training“, sagt Kaufmann und lächelt. Denn die erste Spur anzulegen, bei fast einem halben Meter Neuschnee, zählt als Schwerstarbeit. Hinten nach zu gehen, ist um einiges leichter. Die Zehn-Stunden-Tour darf aber auch so als kein Spaziergang gesehen werden. Dafür entschädigt aber das atemberaubende Panorama: endlos, weiße Weite, keine Spuren außer die eigenen, Berggipfel, schroffe Felsen, und die Sonne die über dem Dachstein thront. Viel schöner kann es nicht sein.  Bergführer Moritz passt auf, dass die Routenwahl stimmt und das Team gesichert unterwegs ist. Nach ungefähr 2,5 Stunden ist die Simonyhütte erreicht, wohlverdiente Trinkpause. „Ob sich das bis am Nachmittag noch ausgeht, dass ich wieder daheim bin?“, sagt Goldberger und beginnt das erste Mal zu zweifeln. Er sollte Recht behalten, am Ende wurde es durch viel Spurarbeit und einem Gipfelanstieg bei meterhohen Tiefschnee 19.30 Uhr bis alle wieder im Tal waren. „Eher später Nachmittag“, sagt Sumann mit einem Augenzwinkern. Goldis Kinder mussten ein bisschen länger auf ihren Vater warten.

Von der Simonyhütte geht es unterhalb der beeindruckenden Felswende weiter Richtung Dachstein-Gipfel. Eine weiße, ca. 30 Zentimeter hohe Spur zieht sich scheinbar endlos hinauf. Vorne spurt Lukas Kaufmann unermüdlich. Ein kurzer Foto-Stopp muss sein – so schön erlebt man den Dachstein selten. Mit einem Wort: atemberaubend. Erinnerungsfotos werden geknüpft. Die Sonne strahlt unablässig, dass Einschmieren sollte man über 2000 Metern wirklich niemals vergessen. Nach weiteren zwei Stunden stehen wir am Fuße des Gipfelanstiegs – der sogenannten Randkluft. Die letzten Meter bis zu den Felsen legen wir in Spitzkehren zurück, das Gelände ist hier 40 Grad stiel. „Die Schneeverhältnisse sind aber ideal“, sagt Bergführer Moritz. Sumann nickt. Jetzt werden die Ski abgeschnallt und neben dem Gurt auch noch Steigeisen und Klettersteig-Set angelegt. Mit dem Pickel in der Hand geht es los. Das Stahlseil ist zum Teil im Schnee vergraben, dann wir mit dem Seil gesichert. Steil geht es die letzten Höhenmeter hinauf. Durch den Schnee und eine zweite, einsame Gruppe dauert der Gipfelanstieg ungewöhnlich lange – doch um 16 Uhr haben wir es geschafft. „Was für ein Ausblick“, ruft Goldi und reißt seinen lieb gewonnen Pickel in die Höhe. Hans-Peter Kreidl schlägt mit Lukas Kaufmann ein. Dann gibt es ein schnelles Gipfelfoto mit Abstand – und schnell wieder runter. Denn trotz der Sonne ist es ganz oben zwar am Schönsten, aber auch am kältesten. 

Goldberger und "Schanze frei"

Alle sind wieder sicher unten beim Ski-Depot angekommen, jetzt werden wieder die Bretter angeschnallt. Die Abfahrt kann beginnen, auch wenn die Beine schon schwer sind. „Schanze frei“, ruft Goldi und fährt los – ab geht’s Richtung Eissee. Die Schwünge hinunter kann man gar nicht zählen, so viele sind es. Der Schnee ist zum Teil Pulverschnee, manchmal ein bisschen harschig, aber insgesamt entlohnt die Talfahrt doch für die Mühen des Aufstiegs. Leider hat der Dachstein einen Nachteil: man kann nicht in einem einfach runter bis ins Tal fahren, sondern man muss noch einmal die Felle auf die Ski kleben und wieder gehen. Denn das Plateau ist ein ständiges Auf- und Ab. Gut, wenn da Motivationskünstler wie Christoph Sumann dabei sein. „Nicht viel nachdenken, einfach weiter gehen.“ Und nach zwei Stunden ist es wirklich geschafft – und wir sind wieder im sicheren Skiraum auf der Piste angekommen. Das Skigebiet ist – außer für Tourengeher-Früh-Fahrten – schon geschlossen, die Piste aber Gott sei Dank noch präpariert. So ist es für die müden Oberschenkel leichter die längste Skipiste Österreichs auch noch hinunter zu fahren. „Das war ein Erlebnis“, sagt Goldberger, der auch unten im Tal beim Abschwingen immer noch fit aussieht. Beim nächsten Rush ist er wieder dabei.

Rush – Die Serie

Als Einzelsportler aufbrechen, als Team ankommen, als Freunde nach Hause fahren. Das ist "Rush" – die Serie, die von den OÖNachrichten als Medienpartner begleitet wird. Corona-bedingt fand der "Dachstein-Rush" in diesem Jahr in einer etwas abgespeckten Form - im kleineren Stil und mit ausreichend Sicherheitsabstand - statt. Organisator Hans-Peter Kreidl bringt Hobbysportler und Profis mit dem Rad und zu Fuß auch auf den Großvenediger und die Wildspitze. Weitere Informationen zur Rush-Serie finden Sie auf www.the-rush.eu.

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