Austria

Coronavirus: Medikamente und Therapien, die Hoffnung geben

© Getty Images/Ayd?n Mutlu/iStockphoto

Bereits bekannte Wirkstoffe könnten schneller eingesetzt, Blutplasma zur Immunisierung verwendet werden.

von Uwe Mauch, Ingrid Teufl

Die ganze Welt jagt das Virus: Auf der Suche nach Wirkstoffen gegen SARS-CoV-2 sind sogar „Summit“ und „Sierra“ im Einsatz. Die beiden gehören zu den stärkten Supercomputern der Welt und können riesige Datenmengen in kurzer Zeit verarbeiten. Das machen sich Forscher nun für Simulationen zunutze.

Durchaus genrefremd, denn „Sierra“ wird normalerweise vom US-Militär in der Forschung für Atomwaffen eingesetzt. Jetzt simuliert er, wie verschiedene Antikörper auf das Virus reagieren. Und „Summit“ berechnete mit seiner riesigen Leistung in nur zwei Tagen, wie 8.000 Wirkstoffe bei einem Viruskontakt reagieren würden. 77 zeigten das Potenzial, es zu hemmen. „Man hat sich angeschaut, welche Produkte vom Design her diese Wirkung erzielen könnten“, erklärt Virologe Herwig Kollaritsch.

Praxistest fehlt

Auch wenn diese Simulationen erst in der Praxis (im Labor und am Menschen) überprüft werden müssen: Es zeigt, dass mit allen möglichen Mitteln an medikamentösen Angriffspunkten gegen das Virus gearbeitet wird. Ein Medikament zu finden ist derzeit eine der größten Hoffnungen – und auch eine der größten Herausforderungen. Dazu kommt: „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“ , sagt Kollaritsch.

Nutzen und Risiko

Rund 160 Studien laufen derzeit weltweit, um das Virus zu bekämpfen. Oberstes Gebot ist trotz aller gebotenen Eile die Sicherheit eines Präparats – und ob der Nutzen tatsächlich groß ist und den Aufwand lohnt. Doch das herauszufinden dauert seine Zeit. Im Falle der derzeitigen Pandemie könnte es auch schneller gehen, signalisieren medizinische Zulassungsbehörden.

Außer Frage steht, dass Impfstoffe zur Immunisierung (siehe rechts) die derzeit größten Hoffnungsträger sind, sagt Kollaritsch. Bei bereits für andere Indikationen zugelassenen Arzneien haben einige größeres Potenzial gezeigt. Möglicherweise, betont Kollaritsch aber nachdrücklich. „Die eine oder andere Substanz könnte marginalen Effekt haben im Rahmen der Covid-19-Erkrankung.“ Selbst dann müsste das erst in großen Studien überprüft werden. Gibt es besonders vielversprechende Kandidaten? „Es gibt da mehrere. Wer das Rennen macht, wissen wir nicht.“

"Alte" Medikamente, neu eingesetzt

Einer der oft diskutierten Ansätze am Medikamentensektor konzentriert sich darauf, das Virus bereits in einem frühen Stadium der Infektion am Eintritt in Körperzellen, etwa der Lunge, zu hindern. Damit soll die Virenmenge im Körper reduziert werden. Diese antiviralen Arzneien wurden gegen andere Viruserkrankungen wie Ebola oder HIV entwickelt oder gegen andere Coronaviren (SARS, MERS).

Entzündungsreaktion bremsen

Ein Angriffspunkt könnte die durch das Virus ausgelöste Entzündungsreaktion sein. „Das Hauptproblem bei Covid-19 scheint ein entzündlicher Prozess im Körper zu sein, der schnell zu einem Versagen der Atemfunktionsorgane führt. Und diese sind schwer, in den Griff zu bekommen“, erläutert Kollaritsch die Herausforderung. Medikamente, die etwa gegen Rheumatoide Arthritis oder Bauchspeicheldrüsenentzündung entwickelt wurden, sind hier im Blickpunkt. „Sie sollen die Abwehrreaktionen des Körpers insofern begrenzen, dass diese nicht noch mehr Schaden anrichten im Körper als die Viren selber“, sagte Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmig (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs) in der Vorwoche.

Blutplasma

Gute Nachrichten gibt es auch bei der Verwendung von Blutplasma, das Menschen, die am Coronavirus erkrankt sind und inzwischen als geheilt gelten, spenden können (der KURIER berichtete). Zwei in Österreich tätige Firmen, Takeda und Octapharm, bitten Wiedergenesene, ihr Plasma zu spenden. Dieser Aufruf wird unter anderem von den Salzburger Landeskliniken unterstützt.

Das Plasma der Spender soll nach einer bereits bewährten Methode gereinigt und dabei auf die Antikörper in konzentrierter Form gewonnen werden. Diese kann dann schwer Erkrankten injiziert werden, um das Coronavirus direkt zu bekämpfen. Laut einer chinesischen Studie sei dies eine erfolgversprechende Behandlungsmethode, erklärt dazu Richard Greil, Leiter des medizinischen Einsatzstabes in Salzburg.

Studie bewilligt

Auch im Wiener Allgemeinen Krankenhaus wartet man auf das Eintreffen der ersten Plasma-Konzentrate. „Eine entsprechende klinische Studie wurde letzte Woche in Rekordtempo ausgearbeitet und gestern von der zuständigen Ethikkommission bewilligt“, berichtet dazu Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie am AKH.

Sobald Plasma angeliefert wird, kann man in dieser klinischen Studie testen, ob es zur Heilung von Patienten beitragen kann, wie konkret dosiert werden muss und welche Nebenwirkungen auftreten können. Für den erfahrenen Internisten eine hoch spannende Frage: „Wir stehen jedenfalls schon in den Startlöchern.“

Football news:

Agent hakimi: ashrafs Ziel ist es, für Real Madrid zu spielen
PSG-Torhüter Bulka hat bei einem Verkehrsunfall in Polen einen Lamborghini zerschlagen. Zwei Menschen wurden verletzt
Nizza hat sich in den Kampf um Verteidiger Olympiakos Tsimikas eingeschaltet. Sie Interessieren sich für Loco
Lacazette lehnte Inters Angebot ab. Er könnte bei Atlético gegen Lemar eingetauscht werden
Ehemaliger Chef Scout CSKA: 99% der Arbeit des Pfadfinders ist verschwendet. Das ist spezifisch
Victor Valdez führte den Klub aus der 4.Liga von Spanien
Agent Georginho: Zwei nicht-italienische Topklubs haben mit mir Kontakt aufgenommen