Austria

Coronavirus bescherte US-Börsen historische Quartals-Verluste

© APA/AFP/TIMOTHY A. CLARY

Minus 23 Prozent, minus 20 Prozent: Dow Jones und S&P500 verzeichneten das schlechteste Auftaktquartal in ihrer Geschichte.

von Hermann Sileitsch-Parzer

Die Coronakrise hat den US-Börsen historische Verluste beschert: Der weltberühmte Dow Jones Index verlor seit Jahresbeginn rund 23 Prozent an Wert. Das ist der schlechteste Jahresstart aller Zeiten (seit zumindest dem Jahr 1900) und der heftigste Einbruch in einem Vierteljahr seit 1987.

Für den breiter aufgestellten S&P500 ging es 20 Prozent runter, ebenfalls das schlechteste erste Quartal in der Historie.

In Wien hat der Leitindex ATX im selben Zeitraum - seit Jahresbeginn - sogar 38 Prozent seines Wertes eingebüßt.

Kein versöhnlicher Ausklang

Am Dienstag mussten die US-Aktien nach einer zuletzt rasanten Erholungsrally einen kleinen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben. Die Anleger agierten angesichts des sich in den Vereinigten Staaten ausbreitenden neuartigen Coronavirus vorsichtiger.

Vor allem in der letzten Handelsstunde kam es verstärkt zu Aktienverkäufen. Die Aussicht auf ein womöglich viertes Hilfspaket, dieses Mal für die Infrastruktur, stützte nur bedingt; ebenso wie schwache, aber dennoch besser als erwartet ausgefallene Stimmungsdaten von Unternehmen und Verbrauchern.

Langjährige Rekordjagd vorbei

Der Dow Jones Industrial schloss letztlich mit minus 1,84 Prozent auf 21.917,16 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Seit seiner heftigen virusbedingten Talfahrt im Februar, mit der die langjährige Rekordjagd abrupt endete und der US-Leitindex am vergangenen Mittwoch im Tief bis rund 18 200 Punkte absackte, hatte er seither bereits mehr als 20 Prozent zurückerobert.

Mitte Februar allerdings hatte der Dow noch bei mehr als 29 500 Punkten gestanden. Der marktbreite S&P 500 verlor am Dienstag 1,60 Prozent auf 2584,59 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 0,96 Prozent auf 7813,50 Punkte nach.

"Unsicherheit": Das sagen Analysten

"Es herrscht immer noch Unsicherheit“, kommentierte Portfolio-ManagerManager Jack Janasiewicz vom Vermögensverwalter Natixis. „Es wäre nicht überraschend, wenn wir in den kommenden Wochen eine weitere Schwächephase erleben, bei der die jüngsten Tiefs angetestet oder sogar unterschritten werden.“

„Aus unserer Sicht ist für einen Ein- beziehungsweise Wiedereinstieg am Aktienmarkt noch nicht der richtige Zeitpunkt“, sagte auch Analyst Frank Wohlgemuth von der deutschen National-Bank in Essen. Zu viel hänge noch davon ab, wann die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wieder gelockert werden können.

„Speziell in den USA ist die Coronavirus-Pandemie weiterhin in der Ausbreitung“, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Die Zahl der Infizierten liegt bei mehr als 163.000, die der Verstorbenen stieg auf rund 3.000. Die volkswirtschaftlichen Schäden seien nicht abschätzbar, die Gemengelage zu undurchsichtig und vielschichtig.

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