Austria

Corona-Pandemie: Welche Ängste die Krise schürt

Regierung, Polizei und Sozialpartner haben image-mäßig zugelegt. Großer Verlierer: Die EU.

von Christian Böhmer

Mit Fortdauer der Corona-Krise wachsen auch die Ängste der Österreicher. – Und das lässt sich empirisch mittlerweile ganz deutlich zeigen.

Laut einer Umfrage, die das OGM-Institut für den KURIER gemacht hat, steigt die Zahl derer, die sich große Sorgen um ihren Job und auch die wirtschaftliche Situation machen, deutlich: Waren Anfang März noch 7 von 100 Österreichern „sehr besorgt“, dass ihre wirtschaftliche Situation durch die Corona-Krise gefährdet sein könnte, sind es nun, Anfang April, immerhin schon 18 Prozent.

Auch die Sorge, dass man selbst erkranken könnte oder dass sich ein Mitglied in der Familie ansteckt, hat zuletzt spürbar zugenommen (siehe Grafiken). Das ist die ernüchternde Seite.

Die andere Seite: Im Unterschied zu anderen Staaten vertraut die Bevölkerung der institutionalisierten Politik nach wie vor in einem bemerkenswerten Ausmaß. „Die Zustimmung zu den von der Bundesregierung verordneten Einschränkungen und Maßnahmen ist in den letzten drei Wochen stark angestiegen. Der Anteil jener, die noch schärfere Maßnahmen befürworten würden, hat sich verdreifacht, während die Zahl derer, die die Maßnahmen für übertrieben halten, auf ein Drittel geschrumpft sind“, sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Selbst wenn man ins Detail geht, also die einzelnen Maßnahmen hinterfragt, zeigt sich ein einhelliges Bild: Praktisch alle verordneten Einschränkungen werden von einer Mehrheit der Menschen befürwortet.

So haben 88 Prozent der Menschen „viel Verständnis“ für den völligen Stopp aller Kultur und Sportveranstaltungen. Die Schließung der Schulen und Unis bis zumindest Mai befürworten de facto gleich viele Österreicher (87 %). Und auch die Totalsperre von Restaurants und Lokalen scheint unter der Bevölkerung nicht großartig umstritten zu sein: 84 von 100 Befragen sagen, dass sie großes Verständnis dafür aufbringen.

„Lediglich der Maskenzwang“, sagt Bachmayer, „macht weniger Freude“.

Bei dieser Fragestellung sei oft unaufgefordert das Feedback gekommen, dass die Masken nicht dicht bei der Brille seien, dass sie das Atmen erschweren würden, dass man sie nicht länger als fünf Minuten ertrage „oder dass man sie dauernd zurechtrücken muss und sich deshalb öfter ins Gesicht greift als vorher“.

Datenschutz wichtig

Nicht übersehen werden darf, dass die Österreicher ungebrochenen Wert auf den Datenschutz legen. Während die beschlossenen Maßnahmen hohe Zustimmungsraten haben, gilt das für das so genannte „Handy-Tracking“ (zum Erkennen von Infizierten und deren Kontakten) längst nicht in diesem Ausmaß: Nur 44 Prozent hätten dafür „viel Verständnis“. „Hier zeigt sich keine partei-übergreifende Zustimmung, sondern die alt bekannten Gräben zwischen ÖVP/FPÖ und SPÖ/Grünen/Neos“, sagt Bachmayer. „Jüngere und Städter sind überdurchschnittlich dagegen.“

All die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Bundesregierung als Krisenmanager bislang eine vergleichsweise gute Figur gemacht hat – und das geben derzeit auch die Daten her. „Die Regierung und die Sicherheitsinstitutionen sind die ,Gewinner’ der Krise“, sagt Bachmayer.

Wobei man den Begriff „Sicherheitsinstitution“ weiter fassen muss: Nicht nur die Polizei, sondern auch Einrichtungen wie AMS, Sozialpartnerschaft oder Arbeiterkammer sind den Österreichern in der Krise „positiv aufgefallen“.

Der politische Verlierer ist eindeutig die Europäische Union: Nur sieben Prozent ist sie positiv aufgefallen. Experte Bachmayer: „Für den Durchschnittsbürger hat die EU in Folge von nationalen Alleingängen, Grenzschließungen und der fehlenden Medienpräsenz aktuell nur noch wenig Einfluss, Macht und Bedeutung.“

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