Austria

Corona-Infektionen hielten Flugrettung nicht am Boden

Bei Corona-Verdacht schlüpft die Crew in spezielle Schutzanzüge

© ÖAMTC

Spezielle Schutzausrüstung für Crew an 16 Standorten. Mehr als 2.000 Flugeinsätze seit Beginn der Pandemie.

von Patrick Wammerl

Seit Beginn des corona-bedingten Lock-downs sind die ÖAMTC-Rettungshubschrauber in Österreich bereits mehr als 2.000 Einsätze geflogen. Darunter etwa 100 Covid-19-Verdachts- und Akutfälle. Im Umgang mit den hochinfektiösen Patienten bedarf es, ähnlich wie beim medizinischen Personal auf den Corona-Abteilungen der Krankenhäuser, spezieller Schutzausrüstung der höchsten Sicherheitsklasse. Weil die teure Anschaffung aber budgetär stark ins Gewicht fällt, haben sich auch bei der Flugrettung Sponsoren dafür gefunden.

Pandemie

Als mit dem Ausbruch der Pandemie in Österreich vor allem Spitäler, Rettung, Notärzte und das Gesundheitspersonal allgemein gefordert waren, musste auch die Flugrettung ein Konzept erarbeiten, um die Notfallversorgung in der Luft aufrecht zu erhalten. Laut dem Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, Reinhard Kraxner, wurden deshalb an den 16 Stützpunkten umfangreiche Vorbereitungen getroffen, „um unsere Aufgaben auch weiterhin in vollem Umfang erfüllen zu können“. Die Dienstpläne wurden so umgestellt, dass es zu möglichst wenig Einzelkontakten innerhalb der Crews kam. Das Auffüllen der Treibstoff-Vorräte zählte ebenso zu den Vorsichtsmaßnahmen wie ein ausreichend hoher Lagerstand an Desinfektionsmittel und Schutzbekleidung.

Die größte Gefahr lag darin, dass eine Ansteckung innerhalb einer Mannschaft einen ganzen Standort lahmlegen könnte. Für einen solchen Fall wurde mit abrufbaren Ersatz-Piloten, Flugrettern und Notärzten aber vorgesorgt.

Oberste Priorität hat bei den Einsätzen immer der Eigenschutz. Besteht auch nur der geringste Verdacht einer Corona-Infektion bei einem Patienten, muss die Crew in die Schutzausrüstung schlüpfen. Der Medizintechnik-Spezialist DanubiaMed aus Persenbeug im Bezirk Melk half der ÖAMTC-Flotte dabei, die Bestände aufzufüllen. Die Firma stellte sich bei den Flugrettern mit über 2.000 Schutzmasken und Vollschutzanzügen ein.

Nur wenige Stunden nach der Übergabe musste damit bereits ein Covid-19-Patient in kritischem Zustand vom Intensivtransport-Hubschrauber (ITH) vom Krankenhaus Oberwart in die Klinik nach Graz geflogen werden.

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