Austria

Comic-Roman für Kinder: Kommt ein Pferd (zu)gelaufen…

Pferd und Bub mit Plakat auf dem steht: "Pferd zu verschenken"

Die beiden Hauptfiguren des Comic-Romasn für Kinder, Juli, das pferd und Paul, der Bub, der es - anfangs - gar nicht wollte

© Tomas Rodrigue

Interview mit Autorin des Comic-Romans „Und dann kam Juli“ und ihrem 12-jährigen Sohn, der kein Pferd wollte und viel zum Buch beigetragen hat.

von Heinz Wagner

Juli heißt nicht nur der Hund des österreichischen Bundespräsidenten. Den gleichen Namen trägt – ebenso weil in diesem Monat die erste Begegnung stattgefunden hat - ein Pferd, das genau deswegen zur Hauptfigur eines Kinderbuches geworden ist. „Und dann kam Juli“ von Petra Eimer – und wie das Interview mit der Autorin ergab, unter wichtiger Mitarbeit ihres 12-jährigen Sohnes Paul.

Die schräge Grundgeschichte: Ein graues Pferd mit Herzmusterung an der Seite nahe dem Hintern läuft der Familie zu. „Nein, nur das nicht!“ Paul hatte sich einen Hund gewünscht. Wie kann er das Pferd, das sie Juli nennen, schnellst möglich wieder loswerden. Einfach herschenken. Es gibt doch so viele Mädchen, die ein Pferd mögen. Klappt - natürlich - nicht. Werbezettel in Geschäften aufhängen… Klar, auch daraus wird nix. Und trotz Verwüstungen, die Juli anrichtet, beginnt Paul es zu mögen …

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Comic-Roman über „tierische Vier“

Erzählt ist die Story auf rund 170 ruck-zuck zu verschlingenden Seiten – in der Art von Comic-Kinder-Romanen bekannt von Gregs Tagebuch (selber Verlag). „Und dann kam Juli“ erscheint am 26. Februar 2021. Wobei der Autorin auch noch ihre Vergangenheit als Animationszeichnerin im Web zu Gute kommt. „Ich denke immer filmisch, hab die Bilder und Szenen als Filme im Kopf ablaufen“, so Petra Eimer im Interview. „Das wäre auch wirklich ein guter Film“, so Paul.

Auch das ist irgendwie schon angedacht, so die Autorin. Fix jedenfalls ist ein zweiter Band, in dem Juli Weihnachten aufmischt – was am Ende dieses Buches ja schon mehr als angedeutet ist, wenn es heißt: „Und wenn ihr wissen wollt, wie es mit uns allen weitergeht … dann freut euch schon einmal auf Weihnachten.“

Wobei „uns allen“ vor allem die „tierischen Vier“ sind – Juli und Paul, sowie Anna, die Nachbarstocher (erfunden) und Max, Pauls bester Freund (echt).

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Echter Kern

Vieles, so die Autorin und ihr Sohn, die der Kinder-KURIER zu einem langen Interview – eh kloar, in einem Online-Meeting - trifft, bei der alle viel Spaß haben, sei frei erfunden. Selbst zugelaufen ist das Pferd nicht, sondern spontan am letzten Tag vor der Sommer-Urlaubsreise – 2019! – gekauft. Und Paul mochte wirklich keine Pferde. Also Pferd ja, der Sohn mag’s nicht ja. Die eine oder andere Einzelheit ja, vieles aber ein Produkt der ausschweifenden Fantasie ;)

„Böse war ich nicht, aber geschockt, das hab ich nur wegen des Urlaubs schnell überwunden. Danach hatte ich zwar keinen Schock mehr, aber auch keinen Bock, dort jeden Tag hinzugehen“, sagt Paul

Das Pferd, das zuvor Silver blue dustrose (silberblaue Staubrose) hieß – „und das ging gar nicht, also haben wir überlegt, wie wir’s nennen und weil wir’s im Juli gekriegt haben ...“ (so Petra) – „schien fast verrückt nach Paul, knabberte an seinen Haaren und seiner roten Haube. Aber „jetzt hab ich Juli aber schon ins Herz geschlossen“, grummelt Paul im Online-Interview. So ganz geheuer ist ihm die später entstandene Zuneigung offenbar doch nicht.

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Viel Fantasie

Wie auch immer aus dem neuen Fast-Familienmitglied wurde jedenfalls beim Fantasieren von Petra Eimer (48), ihr erstes Buch – das sie geschrieben hat. Illustriert hat sie schon viele Kinderbücher. „Ich hatte auch zwei Anläufe für Bilderbücher, aber am Telefon sagte ein Freund der’s gelesen hat: Naja…, wenn ich mit dir telefoniere, dann finde ich in dem was du erzählst viel mehr lustige Geschichten, probier‘ doch mal was, das dir näher liegt.“

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Petra und Paul Eimer, sowie Verlags-Medienfrau Jacqueline Dammers und Kinder-KURIER-Redakteur Heinz Wagner (rechts oben)

Tägliches Korrektiv

So kam Petra Eimer auf immer mehr Erlebnisse mit Juli, die sie ausschmückte, weiterspann und neu erfand. Und Paul wurde zum Korrektiv. „Jeden Tag musste ich dann runterkommen und mir die Geschichten vorlesen lassen“, schildert er und grinst dabei. Er hatte doch viel Gefallen an dem Pferd, oder viel mehr an der Aussicht gefunden, mit Juli gleichberechtigte Held in einem echten Buch zu werden. So viel, dass ihm noch nicht einmal jene Szenen peinlich sind, in denen er so gar nicht gut wegkommt, gibt er freimütig im Interview zu.

Eher peinlich sein dürfte ihm hingegen ein Song zur Story, den sich die Mutter ausgedacht hatte und den er im Studio einsingen sollte. Alle – stets lustigen – Versuche der Autorin, ihrem Sohn zu entlocken, dass er es ohnehin cool gefunden habe, scheitern. „Ja, das Aufnehmen im Studio hat schon Spaß gemacht, aber das Lied find ich nicht toll!“, stößt Paul schließlich hervor.

Die Art wie das Interview – und gerade solche kleinen „Zwistigkeiten“ zwischen ihr und Paul witzig, immer wieder fast live-comic-haft ablaufen, veranlasst die Autorin dazu die Situation fast wie eine TV-Comedy zu empfinden. Und da stimmt ihr der Sohn vorbehaltlos zu.

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Kleine Online-Welt

Zum Buch hat der Verlag eine kleine Welt drum herum auf seiner Homepage aufgebaut. Dazu zählt ein Buchstabensalat ebenso wie ein Video-Interview. Auch der schon angesprochene Song ist dabei. In diesem stammt mancher Input aus Making-of-Szenen zu dem Video-Interview des Verlags. „Die Juli ist gleich auf das Equipment des Kamera-Teams losgestürmt als würde sie das fressen wollen“, erinnert sich Paul Eimer im Gespräch mit dem Kinder-KURIER.

„Das ist auch wirklich passiert, darfst Du gern so schreiben – bloß konnten wir die Attacke leider nicht fotografisch festhalten. Haben alle Fotos durchwühlt, aber die Tat bleibt ohne Beweise ;-)“, bestätigt später Jacqueline Damemrs, Medienfrau des Verlags, in einer eMail an den Kinder-KURIER.

„Die Torte, die vorbereitet war, wollte sie hingegen gar nicht!“, ergänzt Petra. Trotzdem hat der Verlag auf die Homepage das Rezept für einen „Möhrenkuchen“ (auf österreichische Karottenkuchen).

Der Verlag hat außerdem unter dem Titel „Buchstabenbande“ schon länger eine kleine Online-Welt aufgebaut mit Vorlesegeschichten, Ausmalbildern und Bastelanleitungen auf verschiedenen Plattformen – von YouTube bis Instagram und Podcasts sowie Hinweisen auf diese Elemente auf Facebook.

[email protected]

Text und Illustrationen: Petra Eimer (Mitarbeit: Paul Eimer, jetzt 12)
Und dann kam Juli
ca. 170 Seiten
Ab 8 Jahren
Verlag Baumhaus
Gebundene Ausgabe: 12,90 €
eBook: 4,99 €
Hörbuch (Download): 6,99 €
Hörbuch (CD): 11,99 €

Zu Leseproben geht es hier

Zur kleinen Online-Welt um Juli sowie zur Buchstabenbande insgesamt geht es hier

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