Austria

Causa Ibiza: Verdächtiger aus U-Haft entlassen

Der "Lockvogel" hat ein Gesicht bekommen: Medienberichten zufolge hat jene Immobilienmaklerin, die einst den Kontakt zwischen der falschen russischen Oligarchin Alyona Makarova und Ex-FP-Klubchef Johann Gudenus hergestellt und damit den Grundstein für die Ibiza-Falle gelegt hat, bei den vermeintlichen Grundstücksbesichtigungen Fotos und Videos von der als Makarova aufgetretenen Frau gemacht. Die Aufnahmen dürften nun auch die Staatsanwaltschaft Wien interessieren, die auf der Suche nach den Hintermännern in der Causa ermittelt.

Einer der bereits bekannten Verdächtigen wurde gestern aus der U-Haft entlassen: Der Salzburger mit bosnischen Wurzeln, S., war am 22. November gemeinsam mit dem Serben K. und einer Frau in U-Haft genommen worden.

Die Staatsanwaltschaft sah die drei als Komplizen von Detektiv Julian H., der gemeinsam mit dem Wiener Anwalt M. als Drahtzieher bei der Produktion der Video-Falle gilt. Der Verdacht der Komplizenschaft hat sich nach Aussagen von S.’ Anwalt nicht erhärtet, daher die Enthaftung: "Mein Mandant hat mit Ibiza nichts zu tun", so Andreas Schweitzer zu den OÖNachrichten. Auch der Anwalt von K., Timo Gerersdorfer, bestreitet im OÖN-Gespräch die Involvierung seines Mandanten. Auch habe K. nach Bekanntwerden nicht versucht, Strache mit dem gesamten Videomaterial zu erpressen, so Gerersdorfer.

Anders als S. dürfte K., für den der Haftprüfungstermin ebenso wie für die Frau heute angesetzt ist, aber weiter in U-Haft bleiben. Grund ist die Drogenvergangenheit K.s., auch in der aktuellen Causa geht es um Kokain.

Nicht Mittäter, sondern V-Leute?

Trotz der von ihren Verteidigern behaupteten Nicht-Involvierung dürften die beiden verurteilten Kleinkriminellen sowie die frühere Assistentin von Detektiv H. einiges über die Causa wissen. S. soll bei den Einvernahmen sehr gesprächig gewesen sein. Pikantes Detail am Rande: Die beiden sollen auch als V-Leute der Polizei im Drogenmilieu gedient haben.

Ob die Staatsanwaltschaft den Hintermännern der Ibiza-Affäre einen Schritt näher gekommen ist, bleibt vorerst offen. Kein Kommentar, Verschlusssache heißt es bei den Ermittlern weiterhin.