Austria

Café sperrt Kinderwägen und Rollstuhlfahrer aus

Mit zwei Pollern vor der Türe wollten Cafébetreiber in Berlin Eltern mit Kinderwägen oder auch Rollstuhlfahrern den Zutritt erschweren - doch mit den Reaktionen im Netz hatten sie wohl nicht gerechnet. Und neben der Kritik, die Maßnahme sei kinder- und behindertenfeindlich schalteten sich mittlerweile auch die Behörden ein. Die Betreiber rechtfertigen sich: Das Café sei zu klein für Kinderwägen, außerdem habe es „Schäden an den Wänden gegeben“.

„Wow, Poller in der Tür gegen Kinderwagen und Rollstühle. Ich glaub, das ist wirklich #Moabit‘s unsympathischstes Café“, postete der Schriftsteller Albert Selge (44) auf Twitter. Sein Foto mit den Pollern löste eine Welle der Kritik aus. Viele Internetuser nannten die Poller „kinder- und behindertenfeindlich“: „Und das im Jahr 2019“, schrieb eine Twitter-Nutzerin. Selbst das zuständige Bezirksamt Mitte schaltete sich ein, berichtete die „Bild“: „Wir haben das bereits an die Beauftragte für Menschen mit Behinderung weitergeleitet.“

Die Betreiber des Cafés „Natürlicher Lebensraum“, welches von Besuchern in sozialen Netzwerken für seine Torten und Kuchen sowie den Sonntagsbrunch gelobt wird, rechtfertigen sich nun. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagten sie, es habe „Probleme“ gegeben. Denn Kinderwagen hätten in dem sehr kleinen Café immer mehr überhandgenommen und wiederholt Schäden, etwa an Wänden, hinterlassen. 

Poller richten sich „gegen Mütter mit Kinderwagen“
Autor Selge berichtet auf Twitter, ihm habe man auf Nachfrage erklärt, die Poller würden sich explizit gegen „Mütter mit Kinderwagen“ richten: „Rollstuhlfahrer kämen die Stufe eh nicht hoch. Wenn doch ein Rollstuhlfahrer rein wollen würde, könnte er ja über den Hinterhof kommen.“

Für ihre Vorgehensweise handelten sich die Betreiber des „Natürlichen Lebensraums“ auf Facebook und Google bereits zahlreiche negative Bewertungen ein. Sie halten an ihrem Vorgehen aber dennoch fest: „Ich bin selbst Mutter und habe nichts gegen Kinder“, betont die Chefin. Man habe zuvor vergeblich mit einem Hinweisschild darum ersucht, Kinderwägen draußen zu lassen. Als das nichts gebracht habe, seien die Poller installiert worden.

Michaela Braune