Die Lockerungsmaßnahmen greifen bei großen Häusern wie dem Burgtheater nicht so schnell. Seit elf Wochen ist Österreichs Nationaltheater geschlossen und wird auch vor dem Herbst nicht mehr öffnen können. Einer der meistbeschäftigten Schauspieler am Ring ist Markus Meyer, und er hätte dieser Tage die 200. Vorstellung der seit zehn Jahren laufenden Erfolgsproduktion Das Bildnis des Dorian Gray gefeiert. Meyer gilt als unerschrockener Einspringer – unvergesslich etwa sein kurzfristig anberaumter Auftritt als meinungsstarkes Hausmädchen Toinette in Der eingebildete Kranke. Auch verlangen seine Soloprogramme viel Energie und Temperament. Wie ist es aber, wenn – wie jetzt – die "Temperatur" zwangsläufig hinuntergefahren wird?