Austria

Bürgermeister sucht auf Facebook nach Ärzten

Der Ärztemangel im ländlichen Raum lässt so manchen Bürgermeister verzweifeln. In Hartkirchen ging der Ortschef nun einen ungewöhnlichen Weg.

Die Situation ist in vielen Landgemeinden die gleiche. Geht ein Arzt in Pension oder verlässt den Ort, ist es enorm schwierig einen neuen Allgemeinmediziner zu finden. Vor allem, wenn es keine Hausapotheke gibt.

In Hartkirchen (Bez. Eferding) ist das nicht anders. Im Herbst 2020 verlassen zwei Ärztinnen, die sich eine Kassenstelle geteilt haben den Ort. Eben weil es keine Chance auf eine Hausapotheke gibt, denn in nur 1,5 Kilometer Entfernung gibt es in Aschach an der Donau eine Apotheke.

Weil damit zwei Kassenstellen unbesetzt sind, griff Bürgermeister Wolfram Moshammer (SPÖ) zu einer eher ungewöhnlichen Maßnahme.

Er postete auf Facebook einen Suchaufruf: "Gemeinsam die ärztliche Versorgung in Hartkirchen sicherstellen!", schreibt er.

zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dazu postet er einen Brief, in dem er die ganze Situation beschreibt und seine Bürger auffordert sich bei der Suche nach einem neuen Arzt zu beteiligen.

Hier das Posting:

"Ich hab mir überlegt, wie ich viele Menschen erreichen kann und bin dann auf Facebook gekommen. Das Feedback ist enorm. Mehr als 25.000 Menschen haben den Beitrag gesehen", sagt Moshammer im Gespräch mit "heute.at".

Schon zwei Interessenten

Und: Es haben sich auch schon zwei Interessenten gemeldet beim Bürgermeister. Denn auch, wenn es keine Hausapotheke gibt, hat Hartkirchen einiges zu bieten.

"Wir haben ein neues Gebäude mitten im Ortszentrum, in das die Ordination kommt. Man kann sie noch umgestalten", so der Bürgermeister. Weil seit längerem auch noch eine zweite Kassenstelle in der Gemeinde unbesetzt ist, bieten sich zudem weitere Alternativen an. "Mann kann sich eine Stelle teilen, eine Gruppenpraxis machen", sagt Moshammer.

Ob die Facebook-Suche erfolgreich ist, wird sich zeigen. Aber Moshammer ist vor allem eines wichtig: "Ich will mir später nicht vorwerfen müssen, dass ich nicht alles versucht habe, um meinen Gemeindebürgern eine ideale ärztliche Versorgung zu garantieren."