Austria

Buchkritik: Desmond Morris und "Das Leben der Surrealisten"

32 Porträts des Verhaltensforschers: Ein Künstler kann skrupellos sein und verlogen, aber ...

von Peter Pisa

Als Salvador Dalí im Sterben lag, bat er, den Fernsehapparat einzuschalten, um sein Begräbnis sehen zu können.

Das war surreal.

Als Giacometti im Sterben lag, kämpften auf dem Gang des Spitals Ehefrau und Geliebte um das Vorrecht, an seinem Bett zu sitzen. Das war auch (relativ) ungewöhnlich. Und Duchamp: skrupellos. Breton: verlogen. Picasso: sexgierig; und Francis Bacon putzte seine Zähne immer mit Scheuermittel ...

Mit Miró

Desmond Morris (Foto oben) ist Zoologe und Verhaltensforscher. Er schrieb über Affen und Fußballer. Er befasst sich mit Körpersprache und fragt, warum Napoleons Hand in der Weste steckte. Er war aber auch surrealistischer Maler, es gab eine gemeinsame Ausstellung mit Miró. Nun porträtiert der heute 92-jährige Engländer 32 Surrealisten mit ihren Stärken und Schwächen, um auf diese Art zum Werk vorzudringen. Das liest sich höchst kurzweilig und macht Appetit auf mehr von jener Kunst, in der sich die Bilder selbst malten.

Desmond Morris: „Das
Leben des
Surrealisten“
Übersetzt von
Willi Winkler.
Unionsverlag.
352 Seiten. 26,80 Euro

KURIER-Wertung: ****

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