Austria

Bresnik rechnet mit dem Thiem-Clan ab

Für Günter Bresnik jährt sich demnächst das Ende der Zusammenarbeit mit Dominic Thiem. Der Tennis-Weltranglisten-Dritte hatte sich sozusagen in zwei Etappen zunächst vom Trainer, dann kurz vor den French Open vom Manager Bresnik getrennt. Im Rückblick betrachtet der 58-jährige Ex-Davis-Cup-Kapitän und frühere ÖTV-Sportdirektor dies "nüchtern wie immer". Trotzdem schwingt Enttäuschung mit.

"Es wird mir halt immer klarer, wie das gelaufen ist. Es macht es um nichts ästhetischer. Es sind Dinge, die ich halt gar nicht verstehe. Ehrlichkeit, Loyalität, Werte..., da ist nicht viel davon eingehalten worden", erklärte Bresnik.

„Wenn ich jemandem alles zu verdanken habe, kann ich so nicht mit ihm umgehen“

"Ich habe eigentlich kein Problem damit, außer dass man sich vielleicht darüber ärgert, dass man sich hat täuschen lassen. Wenn ich jemandem alles zu verdanken habe, dann kann ich so nicht mit ihm umgehen. Wolfgang (Thiem) wäre ein Klubtrainer in Seebenstein, und Dominic wäre ein Future-Spieler", sagte Bresnik.

Im Leistungszentrum Südstadt ist der Niederösterreicher eine von drei Personen in der seit 2001 privat geführten Betreibergesellschaft. Der Vertrag wurde erst vor kurzem um zwölf Jahre verlängert. Die Plätze dort sind laut Bresnik "bummvoll".

Rückkehr auf die ATP-Tour nicht ausgeschlossen

Er sieht seine Zukunft auch weiter in der Südstadt, schließt aber ein neuerliches Engagement auf der Tour nicht aus. "Wenn was kommt, was mich aufregt, dann mach' ich das. Seit ich Familie habe, also seit fast 25 Jahren, habe ich es immer so gestaltet, dass das familienverträglich ist. Mich stört es nicht, ob ich zehn oder 25 Wochen unterwegs bin." Anfragen gäbe es nach wie vor, aber da müsse alles zusammenpassen.

Zum Chaos im Österreichischen Tennisverband ÖTV, in dem gleich alle neun Landesverbandspräsidenten ins Präsidium einziehen wollen, hat Bresnik auch eine klare Meinung. "Es bringt nichts, wenn du irgendwelche Leute hast, die sich nur dadurch unterscheiden, welche Einsager sie haben. Bei den meisten fehlt mir komplett die Führungsqualität", so Bresnik.

Die Person müsse das Team führen und sich nicht auf ein Podest stellen. Gute Führungskräfte machen dies aus Bresnik-Sicht "so unauffällig, dass das keiner mitkriegt". Man müsse einen Präsidenten wählen, der nicht von Eitelkeiten getrieben wäre.

Er selbst hat "null" Interesse an einer Rückkehr in den ÖTV. "Ein Trainer soll sich darum kümmern, dass er Spieler besser ausbildet."

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