Austria

Bienen gegen Faulbrut schützen

Schutzstoff soll Larven über Bienenwachs erreichen.

Das Bienensterben hat viele Ursachen, auch jede Krankheit stresst den Bienenstaat. Die Amerikanische Faulbrut belastet nicht nur die Bienen, sondern auch die Imker: Völker, die von der bakteriellen Krankheit befallen sind, müssen – zur Vermeidung der Krankheitsverbreitung – verbrannt werden. Forscher der Uni Graz entdeckten eine Substanz, die Babybienen (Larven) vor der Ansteckung schützt. Bei erwachsenen Bienen, die alle gegen den Erreger immun sind, fanden sie im Darm den schützenden Stoff Lysophosphatidylcholin (LPC).

Laborversuche zeigten schnell, dass die isolierte Substanz bei Larven wirkt. Länger dauerte es, bis eine Verabreichungsmethode geklappt hatte: Jetzt mengt die „Arbeitsgruppe Bienengesundheit“ den Wachswabenplatten LPC bei, die Imker in den Stock geben. Der Futtersaft, den erwachsene Bienen in die Wabe geben, löst das LPC, sodass die Larven es aufnehmen. Die Technologie wird nun zur Marktreife gebracht.

Evolution der Blütenblätter

Wo Bienen, da auch Blüten. Ein Team der Uni Wien hat erstmals gezeigt, in welcher Weise die Anpassung von Blütenformen an ihre Bestäuber in der Evolution abläuft (Communications Biology, 5. 12.). Am Beispiel einer tropischen Pflanzengruppe (Merianieae), die bunte, vielfältige Blüten aufweist, erstellten sie 3-D-Computermodelle und verglichen die Entwicklung mit jener der Bestäuber (Bienen, Vögel, Fledermäuse, Mäuse). Bienenbestäubte Arten haben offene Blüten mit mehr Pollen, vogelbestäubte eher Glockenblüten mit viel Nektar. Die Evolution passte die großen bunten Blütenblätter schneller als andere Pflanzenteile an den jeweiligen Bestäuber an. Die Sexualorgane der Pflanzen (Stempel und Staubblätter) veränderten sich am langsamsten. (APA/vers)