Austria

Biden will Fauci als "obersten medizinischen Berater"

Corona-Experte Anthony Fauci

© APA/AFP/MANDEL NGAN

Der gewählte US-Präsident hat den Kampf gegen die Corona-Pandemie zu seiner dringlichsten Aufgabe erklärt.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden will den renommierten Corona-Experten Anthony Fauci zu seinem obersten medizinischen Berater machen. Biden sagte dem Nachrichtensender CNN am Donnerstag, er habe Fauci in einem Gespräch gebeten, "oberster medizinischer Berater für mich und Teil des Covid-Teams zu sein". Zudem rief Biden die US-Bevölkerung dazu auf, nach seiner Vereidigung im Jänner in den folgenden 100 Tagen eine Schutzmaske zu tragen.

Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten gehört dem Corona-Krisenstab des abgewählten Präsidenten Donald Trump an. Mit seiner Expertise und seinen ungeschminkten Einschätzungen zur Corona-Pandemie erwarb sich der 79-jährige Immunologe in der Öffentlichkeit große Anerkennung. Zugleich zog er sich immer wieder den Unmut des Präsidenten zu, der die Gefahr durch das Coronavirus von Anfang an kleingeredet hatte.

Corona-Pandemie als dringlichste Aufgabe

Biden, der das Präsidentenamt am 20. Jänner antreten wird, hat den Kampf gegen die Corona-Pandemie zu seiner dringlichsten Aufgabe erklärt. Auf CNN kündigte er an, er werde die Bevölkerung nach seiner Vereidigung aufrufen, in den folgenden 100 Tagen eine Schutzmaske zu tragen. "Nicht für immer. 100 Tage." Dadurch, und mit Impfstoffen, könnten die Infektionszahlen "deutlich" gesenkt werden.

Biden kündigte zudem an, er werde sich öffentlich impfen lassen, sobald ein Impfstoff zugelassen sei. "Wenn Doktor Fauci sagt, dass wir einen sicheren Impfstoff haben, werde ich vor der Öffentlichkeit stehen", sagte der künftige Präsident und tippte sich dann mit Hand auf die Schulter, um eine Impfung anzudeuten. "Es ist wichtig, der US-Bevölkerung zu kommunizieren, dass es sicher ist." Zuvor hatten die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton ihre Bereitschaft erklärt, sich vor laufenden Kameras impfen zu lassen, um für Vertrauen in den Impfstoff zu werben.

Impfstoffe vor Zulassung

In den USA haben die Mainzer Biotechnologiefirma BioNTech gemeinsam mit dem US-Pharmariesen Pfizer sowie das US-Unternehmen Moderna Anträge für Notfallzulassungen für ihre Impfstoffe gestellt. Eine Zulassung könnte in den kommenden Wochen erfolgen. Außerdem dürften die Pharmakonzerne Johnson & Johnson und AstraZeneca bald Daten zur Wirksamkeit ihrer Impfstoff-Kandidaten vorlegen.

Die US-Regierung will bis Ende Februar 100 Millionen Menschen gegen das Coronavirus impfen. Experten befürchten jedoch, dass sich viele Menschen aus Misstrauen gegen die Impfstoffe nicht impfen lassen könnten - zumal die Wirkstoffe in Rekordzeit entwickelt wurden.

Die USA verzeichnen derzeit einen dramatischen Anstieg der Corona-Infektionen. Nach Angaben der John-Hopkins-Universität wurden inzwischen mehr als 14 Millionen Ansteckungen bestätigt, mehr als 275.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen weltweit.

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