Austria

Autor und Herausgeber Alfred Kolleritsch ist tot

Er war eine Lichtgestalt der steirischen Literaturwelt und eine der prägenden Figuren der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit. Am Freitag ist der Autor und „manuskripte“-Herausgeber Alfred Kolleritsch im 90. Lebensjahr verstorben.

Wie hätte sich die heimische Literaturszene ohne die kritische Begleitung von Alfred Kolleritsch entwickelt? Nur schwer kann man sich das vorstellen - und will es eigentlich auch gar nicht, so deutlich sind die Spuren, die „der Fredy“, wie Freunde und Wegbegleiter ihn nennen durften, gezogen hat. Peter Handke, Oswald Wiener, Gunter Falk, Barbara Frischmuth, Michael Scharang, Wolfgang Bauer, Ernst Jandl - Alfred Kolleritsch war der fruchtbare Boden, auf dem viele große Literaten dieses Landes erste Knospen trieben.

Geboren wurde Kolleritsch 1931 in Brunnsee als Sohn eines Forstverwalters und einer Postangestellten. 1941 kam er nach Graz, wo er das Gymnasium und später die Universität besuchte. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Herausgeber war er viele Jahre lang auch als Gymnasiallehrer für Philosophie und Deutsch tätig.

Herausgeber der „manuskripte“
Kolleritsch war Mitbegründer des Forum Stadtpark, wo er 1960 auch die Literaturzeitschrift „manuskripte“ mitbegründet hat, die sich schnell zu einer Heimat großer literarischer Vordenker der Zeit entwickelte. Mit Peter Handke und Elfriede Jelinek zählte Kolleritsch gleich zwei Literaturnobelpreisträger zu seinen Wegbegleitern und Freunden. 

Erfolge als Autor
Aber auch als Autor war Kolleritsch erfolgreich: Bereits in jungen Jahren hatte er erste Gedichte veröffentlicht, in den 1970ern folgten Prosawerke wie „Die Pfirsichtöter“, „Die grüne Seite“ oder „Allemann“. Zuletzt erschien von ihm erst im Jänner der Gedichtband „Die Nacht des Sehens“.

Bereits seit vielen Jahren war Kolleritsch gesundheitlich angeschlagen. Zugleich bewunderten ihn aber auch viele wegen seines uneingeschränkten Einsatzes für die Literatur - und seine „manuskripte“, die er in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Andreas Unterweger herausgab. Am Freitag nun ist Kolleritsch im Alter von 89 Jahren in Graz verstorben.

„Sein Geist wird lange strahlen“
„Der Verlust von Alfred Kolleritsch stellt im Moment einen herben Verlust für die steirische Kultur- und Literaturlandschaft dar. Aber nicht zuletzt durch die rege Lehrtätigkeit von Kolleritsch werden sein Geist und seine Werke noch lange strahlen“, so Landeshauptmann Hermann Schützenhofer.


Auch der steirische Kulturlandesrat Christopher Drexler zeigte sich Freitagabend tief betroffen: „Er war der bedeutendste Wegbereiter für den heimischen Literaturnachwuchs und hat viele spätere Autorengrößen gefördert und unterstützt. Dass die Steiermark ein so gedeihlicher Nährboden für beeindruckende Literaten mit ihren Werken ist, ist untrennbar mit dem Namen Alfred Kolleritsch verbunden.“

Robert Reif, Kultursprecher der NEOS Steiermark, würdigte Alfred Kolleritsch als einen Giganten der österreichischen Literaturszene. „Im deutschsprachigen Literaturraum bleiben sowohl seine Manuskripte, sowie auch das Forum Stadtpark die Leuchtsterne und somit auch sein Vermächtnis.“

Christoph Hartner
Eva Stockner

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