Austria

Aufstieg von Salzburg, Rapid und WAC? Die Chance auf den Jackpot

12/04/2020

Historischer Erfolg: Erstmals könnte Österreichs Bundesliga im Frühjahr noch mit drei Vereinen im Europacup vertreten sein.

von Alexander Huber

Überwintern im Europacup! Jahrelang war das für Österreichs Starter zwar ein angestrebtes, aber nur selten erreichtes Ziel. Salzburg hat als erster Verein eine gewisse Regelmäßigkeit beim Überstehen einer Gruppenphase geschafft. Zuletzt gesellten sich Rapid (2018) und der LASK (2019) zu den Bullen mit einer Überwinterung auf europäischer Bühne.

Und heuer könnte der Jackpot gelingen: Erstmals gibt es für drei Bundesligisten die Chance, ein internationales Frühjahr zu erleben. Sowohl Salzburg in der Champions League als auch Rapid und der WAC in der Europa League haben den Aufstieg noch dazu selbst in der Hand.

Theoretisch könnte es auch noch ein rot-weiß-roter Nuller werden, wobei die Salzburger vor dem Knaller gegen Atlético Madrid mit der Hintertür Europa League (für den dritten Platz in ihrer Champions-League-Gruppe) eine sehr große Chance auf eine Fortsetzung haben.

Zuckerl für den Meister

Dieser seit einigen Jahren anhaltende Aufschwung der heimischen Liga macht sich auch in der Fünfjahreswertung der UEFA bemerkbar. Die Bundesliga hat sich in den Top Ten festgesetzt, der Abstand zum Neunten (Belgien) ist wesentlich geringer als zum Elften (Schottland). Für den Meister winkt deshalb wieder ein Fixplatz in der Champions League im Europacup-Herbst 2022.

Wie steht es vor dem entscheidenden Donnerstag um die drei Bundesliga-Vertreter in der Europa League?

Dass es gegen Molde ein Finalspiel geben wird, stand bereits vor dem 1:4 von Rapid bei Arsenal fest. Nach dem 3:1 der Norweger gegen Dundalk sind auch die Details für den Donnerstag (18.55 Uhr) klar: Den Hütteldorfern reicht ein 1:0. Sollten die Gäste treffen, muss der Heimsieg allerdings mit zwei Toren Unterschied ausfallen, weil bei Punktegleichheit zuerst die direkten Duelle und erst danach die Tordifferenz zählen.

Um 1,57 Millionen

Ohne Corona wäre das Allianz Stadion sicher ausverkauft. Weil es von der Regierung keinen Ersatz für die insgesamt drei Millionen Euro Entgang an europäischen Zuschauergeldern gibt, wären die UEFA-Prämien umso wichtiger. Es geht gegen Molde um 1,57 Millionen Euro: 570.000 für einen Sieg, 500.000 für Platz zwei und 500.000 für den Aufstieg.

In London war eine grüne B-Elf chancenlos. „Wir wollen den Fans Freude machen, aber wir sind am Limit. Wir müssen oft improvisieren. Für die personellen Umstände, die wir derzeit haben, machen wir es noch gut“, verteidigt Trainer Didi Kühbauer seine Total-Rotation.

Geschont wurde in Hinblick auf das Molde-Spiel, aber nach zwei sieglosen Bundesligaspielen auch in Richtung Hartberg. Am Sonntag geht es zu einem Gegner, gegen den sich die Rapidler selbst in Bestbesetzung stets schwergetan haben.

Standardserie

Noch dazu haben die Steirer sechs Tore in Folge aus Standardsituationen erzielt – der größten Schwäche der Hütteldorfer. „Die Standards verfolgen uns, da müssen wir besser werden. Da gibt es nichts zu beschönigen“, gesteht Kühbauer.

Einem dauerhaften Tormannwechsel erteilt der Coach eine Absage: Paul Gartler kehrt wieder in den Kasten zurück.

Den größten Sprung haben am fünften Spieltag die Wolfsberger geschafft: Während mit dem 1:0 in Moskau ZSKA als Gegner ausgeschaltet wurde, hat Dinamo Zagreb mit dem 2:0 in Rotterdam gegen WAC-Konkurrent Feyenoord den Gruppensieg (noch dazu ohne Gegentor) fixiert. Die Niederländer müssten in Klagenfurt (21 Uhr) gewinnen, um den WAC noch zu überholen.

Obwohl die Russen mehr Geld in Transfers investieren als Salzburg, ließ die Mannschaft von Ferdinand Feldhofer kaum Top-Chancen zu.

Dementsprechend stolz sind die Kärntner, die in der Bundesliga nach einem schwachen Saisonstart nur auf Platz sieben zu finden sind. „Wir dürfen nach einer sehr reifen und sehr disziplinierten Leistung weiter träumen“, erklärt Feldhofer. Am Sonntag geht es in Innsbruck gegen die WSG Tirol weiter.

Die Linzer haben mit der starken Leistung beim 3:3 gegen Tottenham sieben Punkte erspielt – kein österreichischer Verein hat mehr nach fünf Spieltagen. Umso undankbarer erscheint die LASK-Gruppe mit den Fixaufsteigern Antwerpen und Tottenham. Vorentscheidend war das 0:2 im Heimspiel gegen die Belgier.

Trainer Dominik Thalhammer betont das Positive: „Wir sind auf dem Weg zu einer auch spielerisch sehr guten Mannschaft.“ Am Sonntag wartet das OÖ-Derby in Ried.

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