Austria

Aufruf an Pensionisten: Trotz Monatsbeginn nicht zur Bank gehen

© Kurier/Gerhard Deutsch

Banken, Wirtschaftskammer und Seniorenrat warnen vor möglichen Pensionisten-Ansammlungen in den Bankfilialen.

von Martin Gebhart

Die meisten Banken haben ihre Filialen noch geöffnet, der Kundenverkehr ist wegen der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Am 1. April könnte das Bild ein ganz anderes sein. Der Monatsbeginn ist jener Tag, an dem vor allem Pensionisten ihre Bank persönlich aufsuchen, um ihre Pension abzuheben oder um am Sparbuch Zinsen nachtragen zu lassen. Die Banken ersuchen nun, während der Corona-Beschränkungen, von diesen Gewohnheiten Abstand zu nehmen.

Martin Hauer, Vorstand der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien: „Zum Schutz der Gesundheit bitten wir unsere Kunden, nicht unbedingt notwendige, persönliche Bankwege in die Filiale derzeit zu reduzieren.“ Wenn es unbedingt persönlich sein müsse, sollten Bankbesuche gemeinsam mit der Bank im Voraus geplant werden.

"Muss nicht am Monatsersten sein"

Fast alles könne auch schon online erledigt werden. Hauer: „Auch Abhebungen der Pension müssen nicht am Monatsersten sein, das geht im Sinne der Gesundheit genauso auch die Tage danach.“ Das Geld sei auf der Bank sicher, die Kunden hätten jederzeit Zugriff darauf. Und es sei genügend Bargeld vorhanden.

Gleichzeitig appellieren die Banken an die jüngere Generation, etwa ihre Großeltern zu überzeugen, dass zu Monatsbeginn der Weg in die Bankfiliale nicht unbedingt notwendig ist.

Der 1. April hat nun auch die Politik auf den Plan gerufen. So kam von Niederösterreichs Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister der Appell, dass solche Ansammlungen aus gesundheitlichen Gründen vermieden weWirtscrden sollten: „Gerade deshalb möchte ich an alle appellieren, am 1. April nicht gleich die Banken zu stürmen, sondern zu überlegen, ob diese Tätigkeit auch durch andere erledigt werden kann, und wenn nicht, vielleicht ein paar Tage später die Pension abzuholen.“

Ähnliche Aufrufe gibt es von Wirtschaftskammer und Seniorenrat. Menschentrauben vor und in der Bankfiliale seien kontraproduktiv, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung. „Gerade wir Seniorinnen und Senioren müssen Menschenansammlungen schon zum eigenen Schutz vermeiden. Meine Bitte daher: Gehen Sie nicht gleich zum Monatsersten auf die Bank“, sagt die Vorsitzende Ingrid Korosec.

Warnung vor Betrügern

Aber nicht nur wegen des Coronavirus wird davon abgeraten, am 1. April die Bank aufzusuchen und die Rente abzuheben. Auch als Schutz vor Kriminellen wäre es besser, das Geld auf den Bank liegen zu lassen. Eindringlich davor gewarnt wird, „sich nicht von hilfsbereiten Personen zu schnellen Handlungen und Unterschriften verleiten zu lassen“.

Genauso wird Menschen in Quarantäne geraten, sich ganz genau anzusehen, wem sie etwaige Vollmachten zur Abwicklung von Bankgeschäften erteilen. Davor sei ein Telefonat mit dem persönlich Bankberater auf jeden Fall sinnvoll.

Worauf am Mittwoch aber auf jeden Fall geachtet wird: Dass die notwendigen Corona-Abstände zwischen den Kunden eingehalten werden. Was aber im Gegensatz zu den Supermärkten in den Bankfilialen noch nicht Vorschrift ist: das Tragen von Schutzmasken.

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