Austria

Apotheker-Präsidentin lässt Ärztekammer "fassungslos" zurück

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Ulrike Mursch-Edlmayr ist nicht nur Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, sie betreibt auch die Steyrtalapotheke (laut Selbstbetitelung gleichzeitig eine "Gesundheitsgreisslerei") im oberösterreichischen Neuzeug (Bezirk Steyr-Land). Diese beiden Funktionen geraten nun jedoch in Widerspruch - und bringen das Blut der Ärztekammer in Wallung.

Was ist passiert?

Die Apothekerkammer wirbt aktuell unter dem Titel "Impfen ist sicher - Impfen macht sicher!" für die Corona-Impfung und die Beratungsqualität in ihren Mitgliedsbetrieben. "Trotz überzeugender, wissenschaftlich nachgewiesener Argumente für das Impfen gibt es viele Mythen und Fake news, mit denen Impfgegner argumentieren. Umso wichtiger ist die Beratungsleistung durch Apothekerinnen und Apotheker. Die objektive und vorurteilsfreie Aufklärung beim Thema Impfen gehört zu den großen Servicedienstleistungen der österreichischen Apothekerschaft", heißt es auf der Website der Kampagne.

Als "Fake news" würden weniger Wohlmeinende freilich auch die Wirksamkeit diverser Wunderwässerchen und -kügelchen bezeichnen, die in Apotheken landauf, landab vertrieben werden - darunter auch in der Steyrtalapotheke der Kammerpräsidentin Mursch-Edlmayr.

Salzlösung gegen Impf-Nebenwirkungen

Der Standard berichtete nun über das Mail eines Impfkandidaten an Mursch-Edlmayrs Apotheke, in dem dieser Sorgen bezüglich etwaiger Impf-Nebenwirkungen äußerte und "Salzlösungs-Drops" ansprach, die diesen entgegenwirken sollen.

Die Antwort kam umgehend und riet, die angesprochenen Salzlösungen im Webshop eines bestimmten Herstellers zu beziehen. Die Dosierungsempfehlung wurde gleich mitgeliefert: "Pro Impfung ist ein Fläschchen nötig", hieß es in dem laut Standard mit der Signatur Mursch-Edlmayrs unterzeichneten Mail.

"Quantenphysikalische Frequenzen"

Der empfohlene Hersteller wirbt auf seiner Webseite - "aus der Überzeugung, dass die Energiemedizin die Basis für ein gesundes Leben darstellt" - mit einer "breiten Palette von komplementärmedizinischen Produkten". Diese, so heißt es, "sind quantenphysikalische Frequenzen in Form von Salzlösungen und Sprays".

Die Wirkung der angebotenen Produkte erfolge "nach dem Prinzip der Schwingungsübertragung", heißt es weiter. Als Quelle würden "Naturstoffe, Essenzen, Mineralstoffe, spagyrische Tinkturen und feinstoffliche Bioinformationen" dienen, welche "mittels Skalarwellentechnik auf unsere Trägersubstanzen übertragen" werden. Die zur Begleitung der Impfung empfohlenen Mittel sollen etwa die "Ausleitung von Impfbegleitstoffen" fördern.

Es scheint also, als empfehle die Präsidentin derjenigen Kammer, die sich "objektive und vorurteilsfreie Aufklärung beim Thema Impfen" auf die Fahnen geschrieben hat, ein höchst esoterisches Produkt. Doch damit nicht genug, wird eine Mitarbeiterin von Mursch-Edlmayrs Apotheke auch als Mitarbeiterin des Salzlösungsherstellers ausgewiesen.

Ärztekammer sieht Rot

Der Ärztekammer platzte ob des Berichts der Kragen, sie fordert nun ein Ende der Debatte um das Thema Impfen in Apotheken. "Wir sind wirklich fassungslos. Wir kämpfen seit über einem Jahr gegen eine Pandemie, sehen deren hässliche Fratze täglich in unseren Spitälern und Ordinationen. Alle gemeinsam kämpfen für eine möglichst hohe Durchimpfungsquote und vor allem gegen Fake-News und Verschwörungstheorien. Wir fordern eine umgehende Klarstellung der Apothekerkammer zur Aufklärungsqualität in Apotheken“, sagte Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart in einer Aussendung.

Das Thema Impfen in Apotheken habe sich damit nun endgültig erledigt, so Steinhart. "Wir brauchen keine Geschäftemacherei, sondern solide Medizin und die Impfung bei Ärztinnen und Ärzten. Vielmehr braucht es die zuverlässige Grundversorgung mit den notwendigsten Medikamenten bei niedergelassen Ärztinnen und Ärzten, damit man sich unnötige Wege erspart.“

Kammerpräsident Thomas Szekeres zeigte sich darüber hinaus von Mursch-Edlmayr selbst desillusioniert: "Ich bin enttäuscht, dass die Apothekerkammerpräsidentin trotz ihrer verantwortungsvollen Aufgabe hier den evidenzbasierten Boden verlässt.“

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