Austria

Anschober: Impfbereitschaft steigt weiter

Manche Pflegeheime würden schon dritte Impftermine vorbereiten, berichtete der Minister. Er betonte einmal mehr, dass die "vulnerabelste Gruppe" bis allerspätestens Ende Februar geimpft sein soll. Bisher sind laut Anschober 162.000 Impfungen verabreicht worden.

Lieferengpässe wie die aktuellen Probleme mit Biontech/Pfizer sind "durchaus verkraftbar", meinte der Gesundheitsminister. Derzeit gebe es de facto eine Art Wettlauf zwischen Ausbreitung der Mutation und den Impfungen. Die britische Variante bereite "große Sorgen", der Gesundheitsminister rechnet mit einer "Zuspitzung der Situation" im Februar, März.

Das große Fragezeichen sei die Zulassung von Astrazeneca, die Entscheidung erwartet Anschober am 29. Jänner. Er betonte, dass die große Priorität im Rahmen des europäischen Beschaffungsprogramms bei Biontech/Pfizer liegen würde. Hier gibt es für Österreich Vorreservierungen für 11,1 Millionen Dosen, von Astrazeneca sind es 5,9 Millionen Dosen. Besonders im zweiten Quartal werde die Menge der nach Österreich gelieferten Dosen "drastisch steigen". Dafür "erwarte ich mir professionelle Vorbereitung" der Bundesländer, sagte Anschober - und zeigte sich gleichzeitig zuversichtlich, "dass das gut funktionieren wird".

Präzisierung des Impfplans

Der Gesundheitsminister kündigte mit der Entscheidung der Zulassung der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) über Astrazeneca auch eine Präzisierung des Impfplans an. Je nach Zulassung - für alle oder nur Personen unter 55 Jahren - gebe es Plan A oder Plan B, diese seien "de facto fertig". Dann soll konkretisiert werden, welche Dosen in welchem Zeithorizont verimpft werden sollen.

Die Pressekonferenz fand im Vorfeld des am Samstag stattfindenden Österreichischen Impftages 2021 statt. Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des Österreichischen Impftags, verteidigte das gemeinsame Beschaffungskonzept der EU, denn damit solle eine "gerechte Verteilung gewährleistet werden". Es sei auch klar gewesen, dass zu Beginn der Impfungen nicht genug Dosen für alle da sind. Allerdings sei es möglich, "in absehbarer Zeit allen den Impfstoff anbieten können".

"Impfen ist ein sehr polarisierendes Thema", "sehr emotional" und mit "sehr vielen persönlichen Meinungen verknüpft", konstatierte Wiedermann-Schmidt. "Der Bedarf an Informationen ist sehr hoch, Menschen wollen primär Informationen durch den Arzt", sagte die Expertin und wies darauf hin, dass bei Fragen Hausärzte konsultiert werden sollen. Diese würden ihre Aufgabe, die Bevölkerung zu informieren, sehr ernst nehmen. So würden auch am morgigen Impftag einige Mediziner online für Fragen zur Verfügung stehen.

Großer Informationsbedarf

Auch Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Impfabteilung im Gesundheitsministerium, sah einen großen Informationsbedarf. Die Daten würden zeigen, dass die jetzigen Impfstoffe gegen die britische Mutation wirken. Ähnliche Daten würden auch für die südafrikanische Mutation vorliegen, bei der brasilianischen werde noch geforscht, erläuterten die Expertinnen. Paulke-Korinek bestätigte auch, dass es bei der Impfung zu Nebenwirkungen kommen kann, diese seien aber nicht ungewöhnlich. Es gibt auch eine Meldepflicht für Nebenwirkungen, diese können auch Geimpfte selbst kundtun, und werden auch alle überprüft. Schwere Nebenwirkungen seien aber "äußert gering". Es müsse bewusst gemacht werden, welchen Nutzen Impfungen haben. Vier, fünf geimpfte Menschen können einen Infektionsfall verhindern, erläuterte Paulke-Korinek.

Bezüglich der mRNA-Impfstoffe wie Biontech/Pfizer und Moderna könne man mit Sicherheit sagen, dass sie nicht das Erbgut verändern und auch die Fruchtbarkeit nicht beeinflussen, sagte Paulke-Korinek. Personen mit Allergien - Heuschnupfen, Pollen oder Tierhaare - sollen diese dem impfenden Arzt kommunizieren. Allergiker müssen 30 Minuten nach der Impfung beobachtet werden. Aber klar ist: Allergiker können geimpft werden, bestätigte die Leiterin der Impfabteilung. "Ich persönlich beneide jeden, der sich schon impfen lassen konnte", sagte Paulke-Korinek.

Thema war auch die am Donnerstag gefällte Entscheidung der Corona-Ampel-Kommission, die bis zur Vorlage eines neuen Bewertungsrasters die regionale Risikobewertung vorerst aussetzt. Damit bleibt ganz Österreich Rot, obwohl mittlerweile elf Regionen, darunter Wien, die alten Kriterien für Orange erfüllen würden. Es sei nötig, die verwendeten Schwellenwerte im Einklang mit internationalen Entwicklungen zu adaptieren, heißt es am Donnerstag seitens der Kommission. Auch aufgrund der hohen Infektionszahlen sowie der Sorge über eine Verbreitung von mutierten SARS-CoV-2-Viren verzichtet man bis zu einem neuen Schema auf die regionale Bewertung, die eigentlich Basis des gesamten Ampel-Systems ist. Die Corona-Ampel ist "gerade jetzt sehr wichtig", sagte Anschober. Die Beschlussfassung der Kommission zeigt, "dass man jetzt sehr große Unsicherheit sieht", sagte der Gesundheitsminister. Deswegen bleibe das sehr hohe Risiko für ganz Österreich.

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