Austria

Alice Cooper: "Anfangs haben alle meine Show zu ernst genommen"

© Ear Music/Jenny Risher

Der Schock-Rocker spricht über die Alkoholsucht, seinen Glauben, das neue Album und Freund Johnny Depp

von Brigitte Schokarth

„Rustbelt“ nennt sich das Tonstudio in Detroits Stadtteil Royal Oak. Dorthin hat sich Alice Cooper zurückgezogen, um sein neues Album „Detroit Stories“ aufzunehmen. „Ich bin dort geboren und wollte dem Sound der Stadt ein Denkmal setzen“, erzählt der als Vincent Furnier geborene Musiker im KURIER-Interview. „Denn dort begann unsere Karriere mit der Alice-Cooper-Band, und es gab dort keine Soft-Rocker. Iggy Pop & The Stooges waren da, Ted Nugent und MC5. Alles drehte sich um von lauten Gitarren bestimmen Rock.“

So ist der Sound von „Detroit City“ genau das, was die Fans des Shock-Rockers erwarten, folgt den Spuren von Hits wie „Schools Out“, „Poison“ oder „Welcome To My Nightmare“ – vielleicht mit ein wenig mehr Blues-Einflüssen. Denn auch die gehören für Furnier zu Detroit. „Da gab es ja auch den Soul-Sound von Motown. Wenn ich dort auf der Bühne stand, sah ich Leute wie Smokey Robinson oder die Temptations im Publikum. Und wir sind auch gern zu deren Shows gegangen.“

Immer wieder kommt Furnier noch nach Detroit, besucht seine Onkel und Tanten, die nur zwei Blocks vom „Rustbelt“-Studio entfernt wohnen. Er selbst lebt aber seit vielen Jahren mit Gattin Sheryl auf einer Farm in Phoenix/Arizona. Dort hat er nach einer Phase von Alkoholmissbrauch seine Balance gefunden, spielt Golf, liest in der Bibel und hat seine Kinder um sich, die ihn oft auch ins angeschlossene Tonstudio begleiten.

Im Interview spricht der 73-Jährige von „Alice“ in der dritten Person, unterscheidet präzise zwischen dem wie im Theater gespielten Charakter und dem Privatmann Furnier: „Als ich getrunken habe, wusste ich nicht mehr, wo Alice aufhört und wo ich beginne. Erst als die Alkoholsucht überwunden war, wurde mir klar, dass ich Alice nicht die ganze Zeit spielen muss. Dass ich nicht jedes Mal, wenn ich vor die Tür gehe, das Make-up auflegen muss. Es war sogar viel lustiger, nur auf der Bühne Alice zu sein. Also erwartet nicht, dass ich eine Schlange um den Hals habe, wenn ihr mich auf der Straße seht.“

Überwunden hat Furnier die Alkoholsucht mithilfe des Christentums. Sein Vater war Pastor und er engagierte sich als Bub in dessen Kirche, entfernte sich dann aber von seinem Glauben. Erst als „die Sucht mich zu zerstören drohte“, begann er wieder zu beten. Heute sagt er, dass er nur deshalb vom Alkohol losgekommen ist. „Es war wie ein Wunder. Denn es brauchte keine Anstrengung, die Sucht verschwand einfach.“

Deshalb sieht Furnier es als Vorteil, dass seine Guillotine-Horror-Show mit den Jahren zu einem Ritual geworden ist. „Da war immer schon viel Satire dabei. Nur haben am Anfang alle diese Show viel zu ernst genommen. Sie dachten, ich wäre ein satanistisches Monster. Deshalb lasse ich den arroganten Alice auf der Bühne zwischendurch gern dumm aussehen und ihn zum Beispiel auf einer Bananenschale ausrutschen. Dann braucht er eine Weile, bis er die Fassung wiederfindet und die herablassende Haltung zurückgewinnt. So haben die Leute begriffen, dass das nicht so ernst ist, und wir alle viel Spaß mit Alice haben können.“

Eigentlich wollte Furnier 2020 mit seiner zweiten Band Hollywood Vampires, die er mit Joe Perry von Aerosmith und Johnny Depp gegründet hat, auf Tour sein. Weil das nicht möglich war, haben die Vampires stattdessen viele Songs für ein neues Album geschrieben. Auch Depp, der eine Londoner Boulevard-Zeitung geklagt hatte, weil sie ihn als Frauenschläger bezeichnet hatte, 2020 aber den Prozess und daraufhin auch seine Filmrollen verlor.

Wie konnte Furnier den Freund in dieser Zeit unterstützen? „Johnny ist ein Stehaufmännchen. Ich habe vor ein paar Tagen mit ihm gesprochen, und es geht ihm gut. Er ist heiß darauf, wieder auf Tour zu gehen. Und er wird sicher wieder schauspielen. Denn weniger als die Hälfte, was über ihn geschrieben wird, ist wahr. Die Leute machen aus Mücken Elefanten, weil sie ihre Zeitungen verkaufen wollen. Ich lese immer wieder Sachen über ihn und muss lachen, weil es so absolut unwahr ist.“

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