Austria

Airbus will ab 2035 emissionsfrei fliegen

Der Flugzeugbauer stellt drei Konzepte vor, die jeweils einen unterschiedlichen Ansatz zum emissionsfreien Fliegen mit Wasserstoff darstellen.

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus will in 15 Jahren ein Passagierflugzeug mit Wasserstoffantrieb herstellen. "Unser Ehrgeiz ist es, eine solche Maschine als erster Hersteller 2035 in Betrieb zu nehmen", sagte Konzernchef Guillaume Faury der französischen Tageszeitung "Le Parisien - Aujourd'hui en France" vom Montag. Nötig seien dazu Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich.

Eines der Konzepte ist etwa ein Flugzeug für 120 bis 200 Passagiere, das 2000 Seemeilen (3700 Kilometer) weit fliegen kann und von zwei Turbofans (modifizierte Gasturbinen-Strahltriebwerke) angetrieben wird, die wiederum durch die Verbrennung von Wasserstoff statt Düsentreibstoff betrieben werden. Die Tanks für den flüssigen Wasserstoff befinden sich im Heck des Fliegers hinter dem hinteren Druckschott. Die Variante soll bei transkontinentalen Flügen zum Einsatz kommen.

Variante 1, eine Mantelstromtriebwerks-Konstruktion.
Variante 1, eine Mantelstromtriebwerks-Konstruktion. (c) APA/AFP/AIRBUS/- (-)

Die zweite Variante bietet 100 Passagieren Platz und hat eine Reichweite von 1000 Seemeilen (1850 Kilometern). Angetrieben wird dieser Airbus-Zero-E-Flieger mittels Turboprop-Triebwerken anstatt der Turbofans, außerdem durch Wasserstoffverbrennung in modifizierten Gasturbinentriebwerken. Diese Option soll bei Kurzstreckenflügen zum Einsatz kommen.

Variante 2 mit Turboprop-Triebwerken.
Variante 2 mit Turboprop-Triebwerken. (c) APA/AFP/AIRBUS/- (-)

Die letzte Variante ist ein Blended-Wing-Body-Flieger, eine Mischung aus herkömmlichem Flugzeug und Nurflügler. Die Tragflächen gehen fließend in den Rumpf über. Er soll 200 Passagieren Platz bieten und 2000 Seemeilen weit fliegen können. Der breite Rumpf bietet nicht nur viele Möglichkeiten, was die Wasserstoffspeicherung und -verteilung angeht, sondern auch in Bezug auf das Kabinendesign.

So sieht das “Blended-Wing-Body”-Konzept aus.
So sieht das “Blended-Wing-Body”-Konzept aus. (c) APA/AFP/AIRBUS/- (-)

Politik und Wirtschaft müssen mitziehen

Frankreichs mächtiger Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte zu Monatsbeginn in einem Interview angekündigt, das Land wolle langfristig sieben Milliarden Euro in die Wasserstofftechnik investieren.

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung. Denn bei der Nutzung entstehen keine Treibhausgase. Allerdings muss zur Herstellung zunächst mit großem Energieaufwand Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Klimaschonend ist dies nur, wenn dazu wiederum Strom ohne oder mit nur minimalen Treibhausgas-Emissionen während der Erzeugung verwendet wird, also zum Beispiel aus Sonne oder Wind.

Wenn sich die Technologie auch in der Luftfahrt durchsetzen soll, müssen auch Flughäfen mitziehen und ihre Infrastruktur adaptieren, um die Wasserstoffbetankung möglich zu machen.

(Red/APA/dpa)

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