Austria

Achtung FAKE-News - und was macht eigentlich die "WHO"?

Der Anstieg der Infizierten geht weiter zurück, dafür steigen primitive Fake-News. Gut, dass es Johannes Kopf im AMS gibt - aber nicht die WHO. Beobachtungen am Tag #17 des Ausnahmezustands.

von Richard Grasl

Man hätte sich ja keinen besseren Tag als den 1. April als "Tag der Maske" aussuchen können. Im Supermarkt um die Ecke bietet ein freundlicher junger Herr mit Maske und Handschuh den Mund. und Nasenschutz an, fast so als würde er ein Stückchen Käse im Angebot verkosten lassen. Also gut: Die Maske wird aufgesetzt, sie passt mir und dem neunjährigen Sohn, Einheitsgröße also. Wie dicht kann sie dann sein? Während wir sie nach dem Supermarkt abnehmen, bemerken wir, dass sich das Bild auf der Straße massiv geändert hat. Mittlerweile tragen gut zwei Drittel der Menschen auch im Freien eine Maske (Beobachtung in der Mariahilfer Straße), oder einen Schal über den Mund. Die Österreicher sind ein gehorsames Volk.

Wie gut sind Masken wirklich?

Doch es mehren sich auch die Stimmen, die das Maskentragen für kontraproduktiv halten. Deutschlands Kanzlerin Merkel meinte sogar, die Masken würden das Ansteckungsrisiko vergrößern. Also suchen wir eine unabhängige Quelle und landen klarerweise bei der WHO. Die Kurzbezeichnung für die Weltgesundheitsorganisation bekommt in diesen Zeiten eigentlich eine zynische Note. "WHO" - "WER": Wer ist das, und was machen die eigentlich? Erinnern wir uns zurück: Diese WHO hat erst am 11.3. (also vor drei Wochen) Corona zur Pandemie erklärt. Als in China schon so gut wie alles vorbei und tausende Menschen tot waren, und in Italien schon mehr als 800 Menschen an Corona gestorben waren. Was macht die WHO eigentlich hauptberuflich, ist man geneigt zu fragen. Also daher zu den Masken: Was sagt die WHO heute dazu: Man werde nun prüfen, ob die Masken hilfreich oder schädlich seien - wie bitte? Auf diese Idee kommen sie jetzt?

Dafür hält uns die heutige WHO-Aussendung in Atem: "WHO wegen rascher Verbreitung des Corona-Virus besorgt", heißt es in der Austria Presse Agentur. Ginge es um eine staatliche Gesundheitsbehörde, sie wäre längst aufgelöst, abgezogen und vermutlich auch der Gesundheitsminister seinen Job los. Und vielleicht beantwortet das auch die Frage, warum nationale Alleingänge derzeit vor international akkordierten Maßnahmen stehen.

Und in Österreich?

Der Anstieg ist von 8 auf 7 Prozent zurückgegangen. Das mit den Masken hat eigentlich ganz gut funktioniert. Nur die Wiener Linien stehen für einen eigenen Weg: keine Desinfektion, keine Masken notwendig. Auch interessant.

Doch die Opposition meldet sich zu Wort. Am runden Tisch des ORF, der ja eigentlich eine Skype-Konferenz war, üben SPÖ, FPÖ und NEOS nun doch Kritik an der Regierung. Die SPÖ warnt vor einer zu langen Dauer und will mehr Geld für Arbeitslose. Die FPÖ sorgt sich um die Kleinunternehmer. Die NEOS fürchten um die Grundrechte. Sicher alles richtig. Doch die Macht des Faktischen hat die Regierung in der Hand, und daher wird interessant wie die drei Parteien bei den insgesamt 70 Gesetzesvorlagen, die heute und morgen durch das Parlament gejagt werden, stimmen werden.

Fake-News-Alarm

Vielleicht war es auch nur ein ganz dummer April-Scherz, aber gestern kursierte eine gefälschte KURIER.at-Seite in WhatsAPP-Gruppen. Vornehmlich in jenen von Elternvertretern.

Darin heißt es, dass Kanzler Kurz die Sommerferien abschaffen möchte. Damit das klar ist: Wir werden solchen völlig unpassenden Spaßaktionen selbstverständlich nachgehen und Anzeige erstatten. Verunsicherung mit gefälschtem Material ist derzeit so wie noch nie fehl am Platz. In anderen Ländern drohen dafür schon horrende Strafen . Wäre vielleicht die 71. Gesetzesvorlage für das Parlament heute.

Drei Feststellungen

1. Gut, dass Johannes Kopf AMS-Chef ist. Selbst die höchste Arbeitslosigkeit seit dem Zweiten Weltkrieg erklärt er wie gestern in der ZIB 2 kompetent und vertrauenserweckend.

2. TV-Empfehlung: Heute 21.05 ORF 2. Ed Moschitz ist für den "Schauplatz" in Ischgl unterwegs gewesen. Und zwar unmittelbar vor dem Corona-Ausbruch, als man auf den Tanzflächen der Apres-Ski-Bars (mindestens) eng getanzt, gefeiert und sich angesteckt hat.

3. Peter Handke ist seit gestern auf Twitter. Die Krise bringt also einen der besten Erzähler der Gegenwartsliteratur auf das Kurznachrichten-Medium. Ob er es schon bereut? Die ersten Karadzic-Hassaktionen gibt es bereits. Da ist der direkte Kontakt mit dem Publikum über die Bücher des suhrkamp-Verlags deutlich angenehmer. Wenn nicht auch der Handke-Account eine Fake-News ist.

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