Austria

Acht Monate bedingt für bewaffneten Uni-Wien-Studenten

Der Physikstudent sprach nach dem Prozess mit Reportern.

© Michaela Reibenwein

Der Mann soll mit Waffe und Messer im Hörsaal erschienen sein. Er muss sich nun einer psychologischen Untersuchung unterziehen.

von Markus Strohmayer, Michaela Reibenwein

Ein Physikstudent sorgte Ende Oktober für Verunsicherung bei den Studierenden der Uni Wien. In aufeinanderfolgenden Wochen soll der junge Mann zuerst mit einer Pistole und dann mit einem Messer in die Vorlesung gekommen sein.

Für das unerlaubte Tragen der Waffe in der Öffentlichkeit - er besitzt zwar eine Waffenbesitzkarte, diese berechtigt ihn aber nicht, die Schusswaffe zu tragen - musste er am Donnerstagvormittag am Wiener Landesgericht für Strafsachen erscheinen.

Das Urteil lautete: acht Monate bedingt unter der Auflage einer psychologischen Untersuchung und ist nicht rechtskräftig. Der Student wird sich noch separat für hetzerische Hasspostings vor Gericht verantworten müssen, die angeblich von ihm stammen.  

Waffen- und Hausverbot

Die Aktion hatte schon vor dem Prozess Konsequenzen für den Mann. So sprach nicht nur die Uni Wien ein Hausverbot gegen ihn aus, die zuständige Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf erlegte ihm auch ein Waffenverbot auf.

Der Student zeigte sich ursprünglich einsichtig, als er mit der Schusswaffe erwischt wurde und vom Sicherheitsdienst der Universität aus der Lehrveranstaltung gebracht wurde. Er gab an, nach der Vorlesung zum Schießplatz zu wollen. Trotzdem erschien er eine Woche später mit einem Messer. 

Eine Studentin, die bei beiden Vorfällen mit dem Mann im Lehrsaal saß, erzählte dem KURIER im Oktober, dass der Student in Vorlesungen mit seinem militanten Auftreten bereits mehrmals aufgefallen war.